Old but gold – Rezension „Wer die Nachtigall stört“

Hallo Herzis♥

Ich möchte euch heute gerne ein älteres Buch vorstellen, das der rowohlt Verlag im letzten Jahr neu aufgelegt hat.
Meine Eltern haben mir „Wer die Nachtigall stört“ zu Weihnachten geschenkt, weil ihnen der Film so gut gefallen hat und sie mir keinen „Schund“ – so nennt Mama meine New Adult und Erotik Bücher – schenken wollten. Ich muss zugeben, am Anfang war ich etwas skeptisch… ABER:

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Titel: Wer die Nachtigall stört
Autor: Harper Lee
Seitenzahl: 448 Seiten
Verlag: rowohlt
Genre: Klassiker
Erscheinungsdatum: 11. Juli 1960
Neupreis Dt: 9,99€ Taschenbuch
ISBN: 978-3499217548

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Mich erinnert das Cover von „Wer die Nachtigall stört…„an so ein Schattenspiel oder einen Schattenschnitt, ich weiß nicht genau wie  man das nennt.
Der Querschnitt eines Baumes wird vom Mond angeschienen und wir sehen nur seine Silouette, genau wie die eines Kinder und eines Vogels, der auf dem Baum sitzt.
Ich vermute mal der Vogel soll die Nachtigall aus dem Titel darstellen und bei dem Kind handelt es sich bestimmt um unsere Hauptfigur Scout.
Farblich passt es für mich sehr gut in die Zeit, in der das Buch spielt, da es ja in Sepia- Schwarz- und Weißtönen gehalten ist.
Als ich es ausgepackt habe, an Weihnachten, war ich sofort angetan und positiv überrascht von dem wirklich hübschen Cover.


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Amerika in den 30er Jahren. In die idyllische Südstaaten-Kindheit der achtjährigen Scout und ihres älteren Bruders Jem drängt sich die brutale Wirklichkeit aus Vorurteilen und Rassismus. Scouts Vater Atticus, ein menschenfreundlicher Anwalt, soll den schwarzen Landarbeiter Tom Robinson verteidigen, der angeblich ein weißes Mädchen vergewaltigt hat. Tapfer versuchen Scout und ihr Bruder, das demokratische Gerechtigkeitsempfinden ihres Vaters zu unterstützen, und geraten dabei selbst in große Gefahr.

Wir springen in den Sommer der kleinen Scout, kurz bevor sie in die Schule kommt. Sie, ihr Bruder Jem und Dil sind neugierig auf das Haus ihrer Nachbarn den Radleys. Es gibt viele Gerüchte rund um die Radley Familie und da sind die Kinder natürlich besonders neugierig. Atticus, Scouts und Jems Vater, ist Anwalt in Maycomb Country, ihrer Heimatstadt und muss den schwarzer Tom Robinson verteidigen.
Jem und Scout sind mit der Wahrheit konfrontiert, wie stark die Menschen doch zwischen Rassen unterscheiden und welche Vorurteile vor einem „Nigger-Freund“ herrschen.
In einer kleinen Stadt wie Maycomb ist Atticus Verteidigung ein großer Skandal, vor dem er und seine Kinder nicht verschont bleiben.


Scout lebt in ihrer kindlichen Welt, ganz ohne Vorurteile und Abneigungen gegen ganze Menschengruppen, sie versteht nicht, was die Leute gegen die Radleys oder gegen Tom Robinson haben, für sie sind es genau so Menschen wie ihr Vater oder ihr Bruder. Sie entwickelt sich, im Laufe des Buches zu einem starken Mädchen, das offen und selbstbewusst ist.
Jem hingegen gerät im Verlauf des Buchs in die Pubertät und will ein Mann sein, das belastet natürlich seine Beziehung zu Scout. Dennoch ist er immer noch ein Junge und auch er hat seine Faszination für die Radleys noch nicht abgelegt. Was ihm noch zu gute kommt.

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Die ersten 150 Seiten waren beim Lesen für mich leider etwas schleppend, aber danach konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Das Buch steckt voller Gegensätze – Schwarz gegen Weiß, Kinder gegen Erwachsene, Schuld gegen Unschuld, Faszination gegen Angst. Das hat auch mich fasziniert. Auch mit 21 habe ich meine kindlichen Eigenschaften und Einstellungen noch nicht abgelegt und denke andersherum auch schon wie eine Erwachsene. Es war sehr spannend für mich das Amerika der 30er Jahre aus Sicht eines Kindes zu sehen und zu merken, dass nicht nur in Deutschland die Vorurteile ganz oben auf der Tagesordnung stehen.
Was mich doch wirklich erschreckt hat und das Buch nur noch interessanter für mich gemacht hat ist, dass die Kluft zwischen Schwarz und Weiß in Amerika wieder brandaktuell ist. Vor nicht mal 100 Jahren konnten schwarze Mitbürger in den USA für ein Verbrechen verurteilt werden, einfach weil sie eine niedere Geschellschaftsschicht darstellten. Heute im 21. Jahrhundert kann ein schwarzer US-Bürger auf offener Straße von einem Polizisten erschossen werden, ohne das dieser mit Konsequenzen rechnen muss. Merkt ihr was ich meine? Fast 100 Jahre später treten wir auf der gleichen Stelle… wir handeln immer noch aus Vorurteilen und irgendwelchen Vorstellungen heraus, die nur in unserer Fantasie existieren.
Wieso schauen wir nicht einfach auf den MENSCHEN und nicht auf sein Äußeres?
Ich weiß, ich weiß, leichter gesagt als getan, aber ganz ehrlich Leute – Gleichberechtigung lässt grüßen! Ich möchte nicht unterdrückt werden, weil ich eine Frau bin oder weil ich eine Brille tragen oder braune Haare habe. Wo wird halt gemacht vor diesen Vorurteilen?
Ein Buch, das vor über 50 Jahren geschrieben wurde ist heute noch genauso aktuell wie damals, das müssen auch heute noch viel mehr Leute lesen.
Von mir bekommt „Wer die Nachtigall stört…“ 4 Sterne.
4sterne


Wie steht ihr zu Klassikern?
Habt ihr „Wer die Nachtigall stört…“ auch schon gelesen?

Kuss und Schluss :**
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2 thoughts on “Old but gold – Rezension „Wer die Nachtigall stört“

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